Heilpflanze und Wetterprophetin

Die Königskerze ist eine beeindruckende pflanze und für das wachsame Auge im Sommer in der Natur kaum zu übersehen.

Die Blütezeit ist je nach Gegend zwischen Mitte Juni bis Mitte August. Man sagte ihr magische Kräfte nach, die vor Dämonen und Geistern schützen soll.

Auch heute noch wird die Königskerze in den bayerischen Gegenden in den Kräuterbusch eingebunden, mit dem die Kräuterweihe zu „Mariä-Himmelfahrt“ gemacht wird.

In der Kräutermedizin werden die gelben Blüten aus den Dolden gepflückt und getrocknet. Als Tee eignet sich die Königskerze hervorragend zur Behandlung von Erkrankungen der Atemwege: Asthma, Bronchitis, Husten, Kehlkopfkatarr, Mandelentzündung und Heiserkeit.

Die darin enthaltenen Schleimstoffe kleiden die Schleimhäute aus und wirken sich auf Hustenreiz mildernd. Die Saponine wirken schleimlösend und machen die Bronchien frei.

Hildegard von Bingen empfahl die sonnig gelben Blüten zur Heilung vom „traurigen Herz“ und kurierte damit Schwermut und depressive Stimmungen.

Auch als Wetterprophetin ist die Königskerze bekannt. Anhand ihres Blütenstands prophezeien Wetterkenner seit Jahrhunderten, wie hart der kommende Winter wird.

Dabei gilt folgende Faustregel: kleine Blüten – kein Schnee. Je mehr Blüten – desto schneereicher und frostiger wird der Winter.
Viele Blüten im unteren Bereich der Kerze – Schnee im Spätherbst. Viele Blüten im mittleren Teil – die Schneefocken bescheren uns weiße Weihnachten. Viele Blüten an der Spitze – es gibt noch um die Ostern rum Schnee.
Der optimale Zeitpunkt zum Ablese ist Mitte August.